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Viele Babys haben ein sichtbares Bändchen. Ein Bändchen kann kurz, dick, vorne, hinten usw. sein, ohne problematisch zu sein.
Nicht das Aussehen des Bändchens entscheidet.
Es ist die Funktion der Zunge, die die Entscheidung leitet.
Die Durchtrennung des Bändchens wird als «das Tüpfelchen auf dem i» betrachtet — sie vervollständigt eine Gesamtbehandlung, ist aber niemals der einzige therapeutische Schritt.
1. Bei ausgeprägtem Würgereiz
Wenn das Baby einen Würgereiz hat oder jede intraorale Stimulation ablehnt, kann eine Durchtrennung zu einer Oralitätsstörung führen. Eine Desensibilisierungsbehandlung wird dann vorrangig empfohlen.
2. Wenn die Schwierigkeit nicht mit dem Bändchen zusammenhängt
Einige Still- oder Ernährungsschwierigkeiten haben eine andere Ursache:
In diesen Situationen hat manuelle und funktionelle Arbeit Vorrang.
3. Wenn das Bändchen anatomisch vorhanden aber funktionell ist
Manche sogenannten «posterioren» Bändchen sind sichtbar, aber die Zunge hebt sich korrekt, das Schlucken ist koordiniert und das Saugen effektiv. Eine Überwachung und Nachsorge reichen zunächst aus.
4. Wenn die Eltern noch nicht bereit sind
Eine Bändchendurchtrennung ist niemals ein lebensnotwendiger Notfall. Sie muss nach einer klaren Information über Nutzen und Grenzen entschieden werden. Die informierte Einwilligung ist unabdingbar.
In der Praxis bewerten wir ganzheitlich:
Die Durchtrennung wird nur vorgeschlagen, wenn:
In vielen Fällen ermöglicht eine manuelle und funktionelle Begleitung, die Situation ohne Operation zu verbessern.